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Leistungsverlust einer vorher gut gel...

DKW Message Board » Schwarzes Brett - Infoboard » Archive through August 05, 2011 » Leistungsverlust einer vorher gut gelaufenen DKW RT 250 H « Previous Next »

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Ulrich Mühlenkamp
New member
Username: 59drifter

Post Number: 2
Registered: 05-2011
Posted on Monday, June 06, 2011 - 22:07:   Edit Post Delete Post Print Post

Liebe DKW-Freunde,
seit Anfang Mai diesen Jahres (2011) habe ich eine RT 250 H zugelassen und seitdem viel Freude mit ihr auf kurzen und längeren Touren. Bis jetzt bin ich 1 200 km mit ihr gefahren.
Seit kurzem aber passiert, dass sie - mit zunehmender Tendenz - beim Gasgeben unter Last ruckelt - zuerst waren es nur ein paar "Gummiseile", jetzt brauche ich den Ersten, um eine Steigung zu erklimmen: V-Max gerade 50-60 km/h, vorher (lt. Tacho) gute 105. Starker Leistungsverlust unter Last also.
Ich habe den Verdacht, dass der rechte Wellendichtring (WeDi) durch ist, denn beim Restaurieren blieb das Motorgehäuse zu, da (in den 1980ern) vom Vorbesitzer die letzte Überholung anstand (2. Übermaß Kolben und Zyl., neue KW-Lager und WeDis, Kurbelwelle vermessen und gerichtet) und die Maschine seitdem nur 14 000 km gelaufen ist. Beobachtung: der Lima-Deckel hat innen neuerdings Ölnebel; das pure Öl lagert unter der Lima (vorher beim Zusammenbau: klinisch sauber).
Folgende weitere Fehlerquellen habe ich mir vorher vorgenommen:
- Einbau neue Zündspule und neuer Kondensator - auf Verdacht beide mal ausgetauscht (ohne Ergebnis)
- Einbau neuer Kerzenstecker und Zündkabel,
- Einbau neues Zündschloss (MZ) wegen Defekthäufung beim alten,
- Neue Dichtungen am Motor: Kupplungsdeckel, Zylinderfuss und -deckel - da bläst nichts durch. Zylinderdeckelschrauben 2 x nachgezogen.
- Vergaserflansch-Isolierdichtung mit Curil T eingerieben; Muttern mit Loctite 243 gesichert
- Auspuffdichtung neu - einmal nachgezogen, da unterhalb ölfeucht - seitdem Ruhe
- Zündung korrekt eingestellt: Kontakt 0,4; Zündzeitpunkt 4 mm vor OT mit Zigarrenauspuff - Einstellung hat - neu überprüft - 1 200 km gehalten.
In der Anfangsphase gab es (trotz o. a. Zündeinstellung) z. T. heftiges Beschleunigungsklingeln - ließ sich mit Luftschieber "wegregeln".
Danach hat "Spielen" mit der Leerlaufluftdüse (in Richtung fett = zu bis runter zu 1 Umdrehung) kurzzeitig geholfen: die Maschine ließ sich am Berg im 2. bis 80 km/h ausdrehen und lief in der Ebene 105 - leider nicht von Dauer. Der Defekt scheint sich somit zu verstärken.
Was weiter noch auffällt: der Gasschieber hat Spiel in seinem Schiebergehäuse und klappert arg im Leerlauf - leichtes Schließen des Lufthebels stabilisiert das Ganze im Vergaser; das Klappern verschwindet. Austausch von Düsennadel, Nadeldüse und Schieber sind vorgesehen.
Der Motor zeigt weiter keine mechanischen Geräusche. Der Leerlauf ist stabil. Der Spannungshaushalt liegt dank elektronischem Regler bei eingeschaltetem Licht bei konstant 6,33 V (an den Batterieklemmen gemessen).
Frage 1: ist es (wahrscheinlich) der WeDi rechts an der Lima oder kommen noch andere Ursachen in Frage?
Frage 2: wenn es der besagte Wellendichtring ist - hat sein möglicher Verschleiß tatsächlich diese gravierenden Folgen? Bei meinen alten MZ-TSsen (125, 150) war auch der Lima-Deckel innen stets ölbenebelt, ohne erkennbare Probleme.
Frage 3: gibt es auf der rechten Seite, wie ich gehört habe, ein "minimalinvasives Verfahren", den Wedi dort auszuwechseln (Unterbrechennockenwelle raus, Lima raus, Anker abdrücken, Abdeckblech entfernen, alten WeDi rausprockeln und dabei zerstören, neuen mit MoS2 einmassierten Wedi reindrücken, umgekehrt zusammenbauen, fertig)?
Ich freue mich schon auf Euer geballtes Erfahrungswissen.
Drive safely
+++
59drifter
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Ulrich Mühlenkamp
New member
Username: 59drifter

Post Number: 3
Registered: 05-2011
Posted on Monday, June 06, 2011 - 22:11:   Edit Post Delete Post Print Post

Nachtrag: das Kerzenbild hat sich in der genannten Zeit von tiefrehbraun nach hellgrau verändert.
Vielen Dank schon mal!
Drive safely
+++
59drifter
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Theo Lührs
Senior Member
Username: Theo

Post Number: 148
Registered: 04-2004
Posted on Tuesday, June 07, 2011 - 08:04:   Edit Post Delete Post Print Post

Hallo Ulrich,

den Vergaser solltest du bzgl. des Luftscchiebers überholen lassen, da er auch hier Falschluft ziehen kann, was bei meiner 250H vermutlich den letzten Kolbenschaden hervorgerufen hat und merkwürdige Leerlaufeigenschaften erzeugt hat.
Den Wedi auf der Limaseite kannst du leicht tauschen. Lima und Anker raus und dann einfach den Deckel abschrauben. In ihm ist auch der Wedi eingepasst. Auf der Kupplungsseite sieht die Sache jedoch anders aus ;-( Aber vielleicht reicht das ja so. Der Auspuff ist sauber?
Gruß
Theo
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Ulrich Mühlenkamp
New member
Username: 59drifter

Post Number: 4
Registered: 05-2011
Posted on Tuesday, June 07, 2011 - 10:41:   Edit Post Delete Post Print Post

Hallo Theo,
danke Dir für Deine Tipps. Der Wedi ist unterwegs.
Den Auspuff habe ich bei der Überholung selbstredend nicht vergessen und mit Hilfe von Sanitärreiniger-Lösung (über Nacht einwirken lassen; Öffnung dicht mit Kork verschlossen, im Zinkblecheimer abgestellt) klinisch sauber bekommen.
Und bei meiner recht flotten Fahrweise wird sich so schnell kaum nennenswert Auspuffkohle gebildet haben.
Die Vergaserteile werden ebenfalls ersetzt werden. Da ein neuer Luftschieber evtl. stramm geht, werde ich ihn hochglanzpolieren und mit MoS2-Paste einschmieren.
Nochmal vielen Dank!
Drive safely
+++
Drifter
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Ulrich Mühlenkamp
New member
Username: 59drifter

Post Number: 5
Registered: 05-2011
Posted on Wednesday, June 08, 2011 - 16:54:   Edit Post Delete Post Print Post

Hallo Theo,
was wären meine DKW und ich ohne Deine spezielle Erfahrung? - heißen Dank schon mal!
Der WeDi als Ursache (die kleine Ölpfütze im Lima-Raum: reichliche Schmierung der Fliehgewichte mit MoS2 sowie des Schmierfilzes mit "UnterBrÖl") scheidet genau so aus (-> wg. stabilen Leerlaufes) wie der ausgeschlagene Drosselschieber.
Immer gut, wenn man beim Bauen und Probefahren ein Montageprotokoll führt. Zusammen mit Deinem beiläufigen Hinweis "Der Auspuff ist sauber?" brachte dies die Lösung.
So vor 1 Woche bemerkte ich nach einer Fahrt, dass sich die Blende an der hinteren Auspuff-Öffnung (Zigarrenform) mit ihrer M-6-Befestigungsmutter verabschieden wollte und auf diesem Weg (= Gewindestange) schon recht weit voran gekommen war. Damit das nicht wieder passierte, griff ich zum 10er Ring und knallte das Ganze so richtig schön fest. Das Datum des Eintrags in der Kladde (31.05.) markiert gleichzeitig den Beginn des geschilderten Problems
Was war geschehen? Da ich nicht so genau wie vielleicht wünschenswert hinschaute, übersah ich, wie die (ursprünglich konkave) Austrittsblende mit vier halbkreisförmigen Öffnungen durch das "Anknallen" richtig schön platt gedrückt wurde. So verringerte sich die effektive Auspufföffnung um einiges, und der hintere demontierbare Konus setzte sich so richtig schön mit Ölkohle zu. Folgen: stabiler Leerlauf, aber miserabler Übergang bei Vollgas, nur noch gefühlt 1/3 Leistung.
Gemerkt hab' ich's gestern, als ich den (unlängst gereinigten) Auspuff noch mal auseinandernahm und ihn erneut ausbrannte, damit aber schon nach 8 Minuten fertig war. Versteht sich, dass ich die Auspuffblende mit Hammer und Dorn wieder in die alte Form zurückverwandelt habe.
Nach der heutigen Probefahrt ist alles wieder beim Alten: kerniger ruckfreier Anzug in allen (drei) Gängen, klassische Zweitakt-Drehfreunde, V/Max: 105 km/h.
Noch mal: Danke, Theo!
Drive safely
+++
59Drifter

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